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Mission Meteora T1 - 1

Mission Meteora Teil 1

633 km

10800 m

12 days

9/8/2023

Folge mir in dieser Serie auf meine Reise von Österreich in Richtung Süden bis zu den Meteorafelsen in Griechenland. Dich erwarten einige tolle Landschaften als auch einzigartige Erfahrungen. Wie weit ich es geschafft und was ich alles erlebt habe erfährst du hier.

Sehnsucht

Nach einem anstrengenden Winter wollte ich mich mit einem Kurzurlaub belohnen. Ich sehnte mich nach wärmeren Temperaturen, schönen Landschaften und einer ausgedehnten Bikepacking-Tour! Schon länger hatte ich den Balkan im Kopf, der schien perfekt. Warum nicht gleich eine größere Tour planen? Ja, genau, mit einer Route bis nach Griechenland zu den mystischen Meteorafelsen! Ich begann zu recherchieren und stieß schnell auf die Adreatic Crest und Slovenian West Loop Route. Langsam formte sich ein Plan. Ich packte meine Sachen und los ging's!

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Später Start in Klagenfurt

Kaum aus dem Bus gestiegen, machte ich schnell mein Fahrrad startklar. Doch bevor es losging, gönnte ich mir noch einen Kaffee – ein kleiner Luxus, den ich mir an diesem Tag nicht entgehen lassen wollte. Und es war die perfekte Entscheidung, denn der Tag hatte einiges zu bieten: königliches Wetter, angenehme Temperaturen und eine Route, die mich Stück für Stück näher an die Berge und weiter gen Süden brachte.

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Der erste Anstieg ließ nicht lange auf sich warten. Es war einer dieser Abschnitte, die sich scheinbar endlos hinziehen sollten. Was ich nicht bedacht hatte: es wurde bald dunkel und ich wollte dann doch noch ein paar Kilometer machen. Also Licht ans Rad und weiter. Im zunehmend stockdunklen Tal kämpfte ich mich den Berg hinauf. Die Luft wurde kälter, mein Schweiß lief in Strömen, und die Serpentinen zogen sich in endlosen Schleifen den Pass hinauf. Einige Autos überholten mich, und ich konnte mir die Gedanken der Fahrer förmlich hören: „Was treibt der da jetzt bitte?“ Aber ich ließ mich nicht beirren und schob mich langsam weiter den Berg hinauf. Schließlich erreichte ich den Grenzposten. Kein Mensch weit und breit – besser so. Schnell fuhr ich durch, bevor jemand auf die Idee kommen könnte, mich anzuhalten. Hinter dem Posten lag ein Tunnel, der mich in die nächste Etappe entließ: die Abfahrt. Im Dunkeln eine interessante Erfahrung – und vor allem kalt. Schon seit einer Weile suchte ich nach einem Schlafplatz, aber im Tal war nichts zu finden. Mit jeder Minute wollte ich mehr einfach nur ins Bett. Schließlich hielt ich am Rand einer Wiese an und schob das Rad ein Stück hinauf. Es war weit entfernt von perfekt, die massive Schräglage machte das klar, aber es musste für die Nacht reichen. Nach einem schnellen Abendessen kroch ich in meinen Schlafsack.

Slovenien - Kleines Land, große Natur und nette Menschen

Am nächsten Morgen zeigte sich Slowenien von seiner schönsten Seite. Es ist ein Land, das man vielleicht nicht sofort auf dem Schirm hat, aber ich hatte mich direkt in diese Umgebung verliebt. Auch die Menschen hier waren unglaublich freundlich, was den Tag noch besser machte.

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Über kleine Seitenstraßen ging es weiter in Richtung des Sees Bled. Ich hatte ihn zuvor nur auf Fotos gesehen, aber live vor Ort ist er einfach beeindruckend. Eine Kaffepause am Strand und ein kurzer Nap waren die perfekte Gelegenheit, um die Atmosphäre in Ruhe zu genießen. Später hielt ich an einem kleinen Bikeshop, weil meine Gabelpumpe nicht funktionierte. Der Mechaniker rief extra jemanden an, der mir helfen konnte, und nach wenigen Minuten war alles erledigt. Ohne Probleme ging es weiter. Slovenien scheint eine coole Radkultur zu haben.

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Die Route führte mich auf eine Landstraße durch einen Naturpark. Die Gegend war zwar ruhig und friedlich, doch die vielen umgestürzten Bäume hinterließen einen verwüsteten Eindruck. Diese eigenartige Mischung aus Stille und Chaos hatte ihren ganz eigenen Reiz. Irgendwann erreichte ich wieder eine größere Straße, die sich endlos geradeaus zog. Ich bemerkte einige Läufer. Es stellte sich heraus, dass gerade ein Ultramarathon stattfand. Die Läufer hatten an diesem Tag wohl schon mehr Kilometer zurückgelegt, als ich gefahren war. Respekt und was für ein Zufall. Nach einer stärkenden Pizza stand noch ein Pass auf dem Plan. Und, oh boy, das war anstrengend. Jedes Auto das an mir vorbeifuhr, hat mich angefeuert. Was für ein Motivationsschub! Auch an diesem Abend wurde es dunkel, bevor ich mein Ziel erreicht hatte. Ich bog von der Hauptstraße ab und entdeckte auf meinem Weg einige Hinterlassenschaften des Kriegs – ein beklemmender Kontrast zu der sonst so idyllischen Umgebung. Schließlich fand ich einen Platz, schlug mein Zelt auf, aß eine Kleinigkeit und fiel erschöpft, aber glücklich, in den Schlaf.

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Mission Meteora T1 - Kriegsspuren

Ehrfurcht

Der Morgen begann mit einem Anblick, der schwer zu toppen war: Die Berge, beleuchtet von der aufgehenden Sonne, boten eine Kulisse, die einfach nur beeindruckend war. Mitten in dieser mächtigen Landschaft fühlte ich mich plötzlich ganz klein. Mein Frühstück mit dieser Aussicht war ein Moment purer Ruhe – fast vergleichbar mit den Dolomiten.

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Die Idylle währte allerdings nicht lange. Erst zog eine Horde Schafe an mir vorbei, dann kamen zwei Mountainbiker, und schließlich tauchten noch einige Wanderer auf. Ich machte mich also wieder auf den Weg nach oben. Mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht spektakulärer, und bald hatte ich den ersten Blick ins dahinterliegende Tal.

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Dort schlängelte sich der türkisblau leuchtende Soca-Fluss durch die hohen Berge. Ich wusste sofort: Hier muss ich irgendwann nochmal herkommen. Der Weg führte mich auf der Landstraße flussabwärts, vorbei an einem kleinen Badebecken, wo sich etliche Menschen tummelten. Natürlich konnte ich nicht widerstehen und gönnte mir ebenfalls eine kurze Pause im kühlen, klaren Wasser des Soca. Diese Erfrischung war genau das Richtige nach den Anstrengungen des Vormittags.

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Der restliche Tag verlief ähnlich entspannt, bis ich am Abend den letzten Anstieg in Angriff nahm. Auf vielen Serpentinen, begleitet von einem Podcast, näherte ich mich langsam der italienischen Grenze. Irgendwann wechselte ich auf einen Feldweg und drehte die Musik auf, um mich nochmal zu motivieren.

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So schlängelte ich mich weiter nach oben, und in der Dämmerung erreichte ich schließlich den Kamm. Von dort war es nur noch ein Stück bis zum Bivak Hlek. Die letzten Meter kämpfte ich mich durch das unebene Gelände, bis ich endlich meinen Schlafplatz für die Nacht erreichte.

Biwak mit Bewohnern

Der Plan war klar: Die Nacht wollte ich im Biwak verbringen. Doch kaum hatte ich die Tür geöffnet, hörte ich ein Rascheln. Huch, was ist denn das? Ich ließ meinen Blick durch den Raum wandern, und da sah ich sie: Zwei kleine Kulleraugen, die mich neugierig anblickten. Und dann noch zwei. Es dauerte nicht lange, bis ich verstand – das Biwak war bereits bewohnt. Eine Gruppe Siebenschläfer hatte es sich hier gemütlich gemacht. Ich wollte die kleinen Bewohner nicht stören und entschied mich, mein Zelt auf der Wiese vor dem Biwak aufzuschlagen. Zum Abendessen zog ich mich dennoch ins Biwak zurück. Dort blätterte ich im Biwakbuch, das voll von Geschichten und liebevoll gezeichneten Illustrationen früherer Besucher war. Diese kleinen Einblicke in die Abenteuer anderer ließen mich schmunzeln, während ich den Tag entspannt ausklingen ließ.

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Ein Tag, auf den ich so nicht vorbereitet war

Am nächsten Morgen weckte mich ein seltsames Geräusch. Waren das Schritte? Ich spitzte die Ohren – ja, definitiv Schritte! Als ich aus dem Zelt schaute, entdeckte ich ein gutes Dutzend Kühe, die gemütlich um das Biwak herum grasten. Zum Glück war alles eingezäunt, aber der Anblick dieser morgendlichen Gesellschaft brachte mich zum Schmunzeln.

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Wenig später kam ein Trailrunner vorbei, scheinbar mitten in seinem morgendlichen Training. Was für eine Leistung so früh am Tag! Mit diesem inspirierenden Start machte ich mich bereit für die nächste Etappe: die wohlverdiente Abfahrt.

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Der Weg war ruppig, steinig und voller Herausforderungen, aber genau das machte den Reiz aus. Bei strahlendem Kaiserwetter rauschte ich ins Tal hinab und folgte einer idyllischen Allee bis zum nächsten Dorf, um mich dort zu stärken.

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Von Kobarid nach Nova Gorica

Nach einem kurzen Stopp in Kobarid ging es wieder bergauf. Während ich mich durch die warmen Bergdörfer schlängelte, musste ich kurz innehalten: Warum mache ich das nochmal? Die Umgebung, mit ihren engen Gassen und malerischen Häusern, erinnerte mich stark an die italienischen Alpen – kein Wunder, ich war quasi schon in Italien! Die Route führte mich weiter entlang der Gipfelkette Richtung Nova Gorica. Ein kurzer Abstecher und eine kurze Tragepassage später erreichte ich am späten Nachmittag die Stadt. Dort überlegte ich meine nächsten Schritte: Die Sonne neigte sich bereits dem Horizont, und ich sehnte mich nach einer Dusche – ein Hotel kam für mich jedoch nicht infrage.

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Wirklich schon am Ziel?

Nach einer schnellen Suche stellte ich fest, dass Jugendherbergen in Slowenien rar gesät sind. Die nächste war 30 Kilometer entfernt, und der Check-in schloss um 22 Uhr – in zweieinhalb Stunden. Ich zögerte kurz: Will ich mir wirklich noch den Stress machen? Aber die Aussicht auf eine warme Dusche und ein Bett trieb mich an. Also stieg ich wieder aufs Rad, und die Rakete war nicht mehr zu stoppen. Beflügelt von der Herausforderung, raste ich über die Landstraßen, überholte sogar den lokalen Bus immer wieder in den Dörfern. Trotz der leicht sketchy Stimmung fühlte ich mich erstaunlich lebendig. Nach nur einer Stunde erreichte ich die Herberge – ein echter Kraftakt, der sich gelohnt hatte. In meinem Zimmer fiel ich einfach ins Bett und schlief sofort ein. Der nächste Tag war alles andere als produktiv, abgesehen von einem kurzen Supermarktbesuch. Aber nach den letzten Tagen und den unzähligen Höhenmetern war eine Pause mehr als verdient.

Landschaftswechsel

Der neue Tag begann direkt mit einem längeren Anstieg neben der Autobahn, mein Ziel: Postojna. Während ich mich Meter für Meter hochkämpfte, bemerkte ich zwei Radler hinter mir, die versuchten, mich zu überholen. Doch das klappte nicht – nach den letzten Tagen hatte ich wieder ordentlich Kraft gesammelt. Das hier ist eben ein Marathon, kein Sprint. Auf dem Weg begegneten mir noch zwei andere Radreisende, allerdings in der Gegenrichtung. Ein kurzer Gruß, ein kurzes Lächeln. Postojna selbst war... interessant. Die Stadt wirkte wie eine Kulisse aus alten sowjetischen Zeiten, ein bisschen trist, aber irgendwie faszinierend. Ich machte bei einem kleinen Imbiss halt, gönnte mir etwas zu essen und genoss die wärmende Sonne, bevor es weiter Richtung Nordosten ging. Mein Weg führte mich in Richtung Cerknisko Jezero, doch während ich mich langsam dem See näherte kamen immer mehr Regenwolken auf und das Wetter wurde zunehmend ungemütlicher. Eigentlich hatte ich geplant, weiter ins Gebirge zu fahren, doch angesichts der drohenden Regenschauer entschied ich mich, im Tal zu bleiben.

Mission Meteora T1 - Jezero See

Der See präsentierte sich in einer ganz anderen Atmosphäre – die gesamte Gegend erinnerte mich plötzlich an den Schwarzwald. Es war ein krasser Kontrast zu den beeindruckenden Bergen im Norden. Praktischerweise fand ich an einer der Aussichtsplattformen mit Überdachung einen idealen Ort für die Nacht. Ich war mir sicher, dass mir diese noch nützlich werden würde, wenn der Regen stärker einsetzen sollte.

Mission Meteora T1 - Unterstand

Von Regenschauern begleitet weiter

Meine Fahrt setzte sich fort, immer wieder von leichten Regenschauern unterbrochen. Doch die Landschaft hatte trotz der Nässe ihren Charme, und ich fuhr weiter in Richtung Ilirska Bistrica. Ein Tag, der mit Sonne begann und mit Regen endete, aber voller Eindrücke war – von endlosen Anstiegen bis hin zu einer beruhigenden Schwarzwald-Idylle.

"Slovenische Cola"

In Ilirska Bistrica machte ich schließlich eine Pause in einem kleinen Restaurant. Zur Belohnung bestellte ich mir eine „large Coke“. Doch was ich dann bekam, sorgte für einen Moment der Überraschung: Statt der Cola landete ein Lasko-Bier vor mir auf dem Tisch. Fair enough, dachte ich mir, so läuft das hier in Slowenien also.

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Willkommen in Kroatien

Später am Tag erreichte ich schließlich die kroatische Grenze. Leider gestaltete sich die Landstraße als überraschend befahren. Bereits darauf vorbereitet, bis zur nächsten Autobahn-Ausfahrt weiterzufahren, fiel mir plötzlich ein kleines Hinweisschild ins Auge. Es schien, als wäre ich nicht der erste Verrückte, der hier mit dem Fahrrad entlangfuhr.

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Schon jetzt war der Kontrast zu Slowenien bemerkbar. Die Menschen waren temperamentvoller – vor allem im Straßenverkehr – und die Umgebung wirkte insgesamt ein wenig chaotischer. Vermüllte Straßen standen jedoch in keiner Weise der atemberaubenden Landschaft nach, die die Küstenregion zu bieten hatte.

Küstentour

Nach einer Pause in Rijeka begann der folgende Fahrtag entspannt entlang der Landstraße an der Küste.

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Die Luft roch zwar nach Abgasen, die von der nahegelegenen Raffinerie stammten, aber das ließ ich schnell hinter mir. Wie so oft führte der Weg mit einem steilen Anstieg weiter. Eine kurze Eisteepause gönnte ich mir in einem kleinen Dorf, was sich schnell als kluge Entscheidung herausstellte.

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Danach führte mich eine atemberaubende Backcountryroute weiter, die gelegentlich einen Blick auf die Lagune freigab. So arbeitete ich mich langsam, aber stetig nach Süden vor. Doch der Tag sollte noch aufregender werden…

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Erst verfolgt, dann geht es nicht mehr weiter

So ging es immer weiter auf und ab, während die Sonne sich langsam am Abend setzte. Zwei französische Vans hatten sich neben der Straße platziert, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ich hatte nicht damit gerechnet, doch plötzlich schossen hinter mir zwei freilaufende Hunde hervor, und ich legte einen Zahn zu. Offensichtlich hatten die Besitzer sie nicht unter Kontrolle. Das war der erste Adrenalinstoß des Tages. Vermutlich wollten die Hunde nur spielen, aber der Schock ließ mich das Bedürfnis verspüren, sie abzuschütteln und sie von mir fernzuhalten. Den Schock überstanden, ging es weiter Richtung Abfahrt. Doch in der Ferne hörte ich bereits die nächsten Hunde. Drei riesige Schäferhunde standen am Wegesrand, und eine bellte mich bereits an. Mit diesen wollte ich mich auf keinen Fall anlegen! Die Hunde begannen, langsam auf mich zuzuwandern. Also entschied ich mich umzukehren und fand glücklicherweise einen Weg über eine Wiese nördlich. Großräumig umfuhr ich die Hunde, in der Hoffnung, sie nicht nochmals zu treffen. Mit dem Umweg wurde es schnell stockdunkel. Ursprünglich hatte ich geplant, in einem Unterstand oberhalb der Straße zu übernachten, aber nach dem Stress mit den Hunden war ich einfach nicht mehr motiviert, mein Fahrrad noch den Berg hochzutragen. Also füllte ich mein Wasser auf – auch wenn das nochmal ein paar Höhenmeter bedeutete – und entschied mich, auf dem Gipfel zu biwakieren. Ein verlassenes Hotel war ebenfalls eine Option, aber mit Licht und vermutlich einer Kamera, entschied ich mich schließlich für den Gipfel daneben. Es war sehr gespenstisch, aber ich schlief schnell ein.

Gespenstischer Morgen

Am Morgen werde ich mit einem atemberaubenden Blick auf die Lagune begrüßt. Neben mir das verlassene, mit Wolken überzogene Hotel. Der Tag zuvor sitzt mir noch tief in den Knochen, sodass ich noch ein wenig liegen bleibe.

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Um 7 Uhr kommen dann zwei Frauen zum Aussichtspunkt und feiern mit einem Gläschen Champagner ihren Morgen. Sie scheinen mich eine knappe halbe Stunde nicht zu bemerken, bis sie schließlich überrascht mit einem schlichtem "Sorry" reagieren. Kurz darauf kamen die Massen an Rentnern mit ihren Bussen. Heimlich versteckt und umgezogen genoss ich die Atmosphäre noch bis in den späten Mittag und machte mich schließlich wieder auf den Weg. Heute verzichtete ich darauf, meine Wasserreserven aufzufüllen – ein Fehler, der sich rächen sollte. Kurz vor der Einfahrt in den "Sjeverni Velebit" Nationalpark ging mir das Wasser aus.

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Ich debattierte lange mit mir selbst. Doch die Einfahrt in den Park war zeitlich begrenzt. Ein Umweg nach Osten erschien mir nicht möglich und ich war bereits sehr durstig. Somit gab ich meine hart erkämpften Höhenmeter auf und machte mich an die Abfahrt zur Küstenstraße. Im Dorf angekommen gönnte ich mir erst einmal eine Pizza und fragte freundlich, ob sie mein Wasser nicht auffüllen könnten. Nachdem ich noch ein oder zwei Kilometer gemacht hatte, raste ich schließlich auf einer Baustraße direkt neben der Landstraße. Die scharfen Steine der Küste ermöglichten keine anderen Möglichkeiten für einen Schlafplatz. Diese Einbuchtungen gab es allerdings überall entlang der Straße und war in diesem Moment die beste Möglichkeit, zu übernachten.

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Die Deutschen sind unterwegs

Am nächsten Tag ging es im Expressmodus die Küstenstraße entlang. Das seichte Auf und Ab machte mir Spaß. Währenddessen sah ich aus fast jedem deutschen Landkreis ein Auto vorbeifahren. In Karlobag angekommen, gönnte ich mir erst einmal eine wohlverdiente Supermarktpause. Dann ging es auch schon wieder landwärts – und natürlich den Berg hoch. In den letzten Tagen hatte sich bereits abgezeichnet, dass mein Zeitplan von etwa zwei Wochen doch etwas knapp bemessen war. Doch wie komme ich von hier wieder zurück nach Zagreb? Die Recherche ergab, dass es genau eine Zuglinie in Kroatien gibt, die in Gospic hält. Gut, das war dann also mein Plan. So kurbelte ich mich wieder die Küste hinauf.

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Oben wartete dann aber ein kleines Schmankerl auf mich. Es sah aus wie ein riesiger Parkplatz, der jetzt für Autos gesperrt war. Oben angekommen fand ich einen kleinen Shelter vor und machte mich prompt heimisch, um noch ein letztes Mal den Anblick der Lagune zu genießen.

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Rennen gegen die Zeit

Am nächsten Morgen frühstückte ich ausgiebig und recherchierte die Abfahrtszeiten. Es stellte sich heraus, dass genau EIN! Zug am Tag fährt – und das schon in etwa zwei Stunden. Wow, 30 Kilometer vor mir und ich musste noch die restlichen Höhenmeter überwinden. Ich trat in die Pedale und war voll im Film (zugegeben, so tragisch wäre es nicht gewesen, den Zug nicht zu bekommen). Auf der anderen Seite genoss ich auch noch einmal die Natur und die schönen Wälder im Anblick des Velebit.

Mission Meteora T1 - Velebit

Schließlich erreichte ich pünktlich den Bahnhof, sogar noch 20 Minuten Zeit. Die Kontrolleurin versuchte zwar, mich vom Einsteigen abzuhalten, aber ich erklärte ihr mit Händen und Füßen, dass ich mein Fahrrad klein genug bekomme. Nach einem "Moze, Moze" war dann alles gut.

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Das war dann auch schon das Ende meiner „Mission Meteora“. Aber eins ist sicher: Auch wenn ich es nicht weiter geschafft habe – ich komme wieder!

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Mission Meteora T1 - 1

Ganz da hinten geht es wieder hoch!

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Was für eine idyllische Allee.

Mission Meteora T1 - Kriegsspuren

Kriegsspuren.

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Slovenische Cola?

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Kroatische Küstenlinie.

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Würdest du hier übernachten?

Mission Meteora T1 - 30

Ein letzter Anblick der Küste.

Mission Meteora T1 - Velebit

Velebit.