
KICKR CORE 2 + Zwift + Trainerroad - Das beste Setup?
Mit einem geplanten Rennen für die kommende Saison und dem grauen und kalten Winterwetter vor der Tür, habe ich mich im September 2025 dazu entschlossen, mir einen Smart-Trainer anzuschaffen. Glücklicherweise kam gerade die zweite Version des Wahoo Kickr Core heraus. Mit Zwift Click und Cog und Rabatt war der Kickr ein super Angebot. Ist der Kickr Core 2 zusammen mit Trainerroad und Zwift DER Weg zum Einstieg ins Indoor-Training? Im Artikel findest du die Unterschiede des Kickr Core 1 vs 2, meine Trainingserfahrungen in Verbindung mit Zwift und Trainerroad, sowie meine Einschätzung, ob sich für mich das ganze gelohnt hat. Los gehts.
Wahoo KICKR CORE 2 mit Zwift Cog und Click
Der Kickr Core 2 ist das "Einstiegsmodell" der Smarttrainer von Wahoo und derzeit für etwa 450€ zu haben. Mit Wifi, Bluetooth und Ant+ als Konnektivitätsoptionen und maximaler unterstützter Leistung von 1800W, bietet der Kickr Core 2 ein gutes Einsteigerpacket. Mitgeliefert werden tauschbare Adapter für 130/135 mm Schnellspanner und 12×142/148 mm Steckachsen. Nach dem Auspacken und Anbringen der Füße, wird per App noch kurz die Wifi Verbindung eingerichtet und schon kann es losgehen. Der Zwift Cog ist hierbei sehr praktisch, da für den Erg-Mode (also wenn der Trainer die Ausgangsleistung konstant hält) keine Gänge notwendig sind. Außerdem heißt das, dass verschiedene Radtypen einfach getauscht werden können. Die Alternative ist eine fest verbaute Kassette, was ich für einen Trainer für nicht notwendig halte.

Die Zwift Click sind Gamecontroller, die am Lenker angebracht werden können. Darüber kann das Zwift (und über Umwege andere Software) gesteuert werden. Zusätzlich kann virtuell "geschaltet" werden, was den Widerstand des Trainers anpasst. Für den reinen Erg-Modus ist dies nicht notwendig.

Nach der ersten Runde wollte ich das Bridge Feature ausprobieren, welches ein Softwareupdate benötigte. Dies stellte sich über die Android App als unmöglich heraus. Glücklicherweise aktualisiert sich der Trainer selbst, wenn er z.B. über Nacht nicht verwendet wird und mit dem Internet verbunden bleibt.
Unterschiede gegenüber Version 1
- Wifi Verbindung
- Sensoren Bridge Bluetooth -> Wifi über Trainer
- Rennmodus mit erhöhter Updaterate

Die neue Version wird zwar unter Kickr Core 2 vertrieben, jedoch steht auf dem Trainer selbst nichts. Zu erkennen ist die neue Version an den rechteckigeren Füßen. Das wohl wichtigste Update ist die Verbindung per Wifi und die Kickr Bridge, mit der Geräte per Bluetooth mit dem Trainer verbunden und dann über die Wifi Verbindung weitergeleitet werden. Das hilft u.a. bei der Stabilität der Verbindung, als auch für Geräte, welche nicht mehrere Bluetoothverbindungen gleichzeitig verwenden können (Anscheinend bei Apple TV ein Thema).
Ist der Preis gerechtfertigt?
Für rund 500€ ist der Kickr Core 2 kein Schnäppchen. Andere Modelle fangen bei etwa 400€ an, bieten aber nicht das runde Gesamtpacket des Kickr Core.
Höherpreisige Modelle bieten weitere Features wie: höhere Leistungsaufnahme und genauere Messung, bewegliche Füße, einen Griff oder Untergrund- und Abfahrtssimulationen. In meinen Augen bietet der Kickr Core 2 bereits 90% der Features. Gerade bei den 1800W Maximalleistun muss jeder selbst wissen, ob das genug ist. Für mich sprechend, habe ich diese Schwelle im regulären Training noch nie erreicht.
Zwift
Zwift, 2014 gegründet, ist die größte Plattform für Indoor Bike Training. Man erstellt seinen virtuellen Avatar und für 20€ im Monat kann man in den verschiedenen Welten umherradeln. Hierbei gibt es einen Workoutkatalog, verschiedene Strecken, Rennen, "Robopacer" oder man fährt einfach durch die Welt. Um motiviert zu bleiben gibt es verschiedenste Formen von Gameification. Grundlegen sind die Level und Sweatpoints, mit denen man virtuelle Fahrräder, Upgrades für die Räder und kosmetische Items für den Avatar freischalten und kaufen kann. Die Trainnerroad Workouts werden mit Zwift synchronisiert, sodass man sich einfach aufs Rad setzen und losfahren kann.

Trainerroad
Trainerroad bietet sein eigenes Ökosystem. Während Zwift zwar einzelne Workouts bietet, gibt es keine richtige Struktur. Hier kommt Trainerroad ins Spiel. Für 20€ im Monat entwirft das Tool über KI einen individuellen Trainingsplan. Hierfür startet man den "Plan Builder". Entweder man hat schon spezielle Events für die Saison wie Rennen (eingeteilt nach "Wichtigkeit") und Ausfahrten geplant oder man gibt ein allgemeines Ziel, wie FTP erhöhen oder generelle Fitness an. Zusätzlich wählt man seine Disziplin. Anschließend gibt es noch den Ansatz, also wie Intensiv der Plan gestaltet werden soll, und die Dauer zu wählen. Anschließen baut die KI einen Plan mit verschiedenen Workouts entsprechend des Ziels auf. Nach ggf. noch einem Rampentest zur bestimmung der FTP kann es schon mit dem Training losgehen. Nach einem Training wählt man die gefühlte Anstrengung aus und der Trainingsplan wird dynamisch an die Ergebnisse angepasst. Auch Outdoorausfahrten werden berücksichtigt.

Was brauche ich sonst noch?
Neben dem Trainer braucht man natürlich noch ein Fahrrad/Zwift Ride und ein PC/Tablet/Smartphone. Weiterhin würde ich für sinnvolles Training einen Herzfrequenzsensor empfehlen. Für genauere Kadenzdaten ist ein Kadenzsensor ratsam, aber nicht zwingend notwendig, da der Kickr ebenfalls Kadenzdaten liefern kann. Ich habe die Sensoren aus einem Sensor Paket meines Garmin Bikecomputers, also gab es keinen Grund diese nicht zu verwenden.


Ohne den Fahrtwind wird es während des Trainings sehr schnell warm und man ist schnell komplett durchgeschwitzt. Entsprechend sollte ein Ventilator verwendet werden. Ich habe mich für einen akkubetriebenen Ventilator von Bosch entschieden, damit bei intensiven Einheiten, z.B. meine Radhose direkt belüftet werden kann, um Schweißstau zu vermeiden. Ein portabler Ventilator ist dabei sehr praktisch.

Zusätzlich ist eine Bodenmatte ratsam, damit der Boden geschützt ist und man alles einfach verschieben kann. Ach ja und ein Handtuch beim Training schadet sicher auch nicht. Eine Liste meiner Produkte gibt es am Ende des Artikels.
Erfahrungen
Ich bin mit meinem Setup zufrieden. Der wohl wichtigste Aspekt für mich ist die Verfügbarkeit. Training ist nur effektiv, wenn es regelmäßig gemacht wird. Und diese geringe Hemmschwelle zu jeglicher Uhrzeit und unabhängig vom Wetter noch eine Stunde auf's Rad zu steigen ist viel wert. Trainerroad übernimmt die Planung. Jeder kennt es Abends noch einen Film für Streaming auszuwählen und es dann doch zu lassen, weil man sich nicht entscheiden kann. Trainerroad nimmt diese Entscheidung ab und mit "Train Now" stehen immer passende Workouts bereit. Seit September habe ich es bis auf einige Außnahmen geschafft, jede Woche mindestens zwei Trainings durchzuführen. Diese sind meist fordernd, aber gerade richtig um sie mit positivem Effekt abzuschließen. Auch das direkte Feedback und die Übersicht der vergangenen Workouts ist motivierend. Mit Trainerroad konnte ich mein FTP im halben Jahr um etwa 40 Watt erhöhen, was für ein halbes Jahr ein zufriedenstellendes Ergebnis ist. Da es sich um strukturiertes Training handelt und nicht nur ein "vor sich hinradeln" ist es sicherlich eine sehr effektive Methode in relativ kurzer Zeit zusätzliche Kapazitäten aufzubauen. Die Möglichkeit auf persönliche Ereignisse hinzuarbeiten, treibt die Motivation nur noch mehr an. In letzter Zeit gab es nach einer größeren KI Trainerroad Umstellung zwar Nutzer, welche mit den empfohlenen Workouts nicht zufrieden waren. Allerdings hat es für mich bis jetzt immer super gepasst.
Der Kickr Core 2 läuft zuverlässig und bis auf ein paar Verbindungsabbrüche zwischen meiner Bluetooth-Peripherie und meinem Laptop hatte ich bisher keine Probleme. Vor kurzem habe ich noch Fußadapter gedruckt, mit denen ich den Kickr auf Tennisbällen aufhängen werde, um etwas mehr Dynamik in den Aufbau zu bringen.
Auch Zwift habe ich liebgewonnen, wenn es auch der am wenigsten nützlichste Teil für mich ist. Ich möchte nicht nur reines Training mit Trainnerroad betreiben, sondern kann mich zusätzlich motivieren, wenn ich in der virtuellen Welt unterwegs bin. Abgesehen davon nutze ich keine Features, für welche Zwift bekannt ist, wie Gruppenausfahrten, Autopacer und Rennen. Es ist allerdings motivierend, wenn auch andere Radfahrer unterwegs sind, was bei Zwift rund um die Uhr der Fall ist. Die verschiedenen Welten sind kein Argument, da die meisten Zwifter sowieso auf Watopia unterwegs sind. Deshalb überlege ich mir ggf. die 20€ im Monat zu sparen und auf den Mitbewerber MyWoosh umzusteigen. Dazu wird es sicherlich auch ein kurzes Update geben.
Zusammenfassend bin ich sehr zufrieden und gerade der Kickr Core 2 und Trainerroad sind meiner Meinung nach absolut ihr Geld wert. Die Möglichkeit sich einfach aufs Rad zu setzen und automatisch ein passendes Workout vorgeschlagen zu bekommen, senkt die Hemmschwelle für das Training erheblich und ist dank Personalisierung auch sehr effektiv.
Wie sieht dein Setup fürs Indoortraining aus? Habe ich etwas vergessen? Lass doch gerne ein Kommentar da!
Produkte
- Wahoo Fitness KICKR CORE 2 Indoor Fahrradtrainer mit ZWIFT COG und Click
- Bosch Akku-Ventilator UniversalFan 18V-1000
- HAPBEAR Bodenschutzmatte Für Sportgeräte
- Garmin HRM 200 - Herzfrequenz-Brustgurt
- Garmin Access Bike Cadence Sensor 2
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